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Sternenfotos am Teide auf Teneriffa

In letzten Herbst habe ich zusammen mit meiner Frau eine Reise nach Teneriffa gemacht. Die Insel ist wirklich bemerkenswert, es gibt nämlich sehr viele unterschiedliche Landschaftsformen auf sehr kleinem Raum. Es gibt die wunderschönen Strände an der Küste und sobald man sich ein bisschen ins Hinterland der Insel begibt, geht es direkt an einer der Flanken des Teides steil bergauf. Der Teide ist der höchste Berg in Spanien und ein aktiver Vulkan. Um den Teide herum befindet sich der „Parque Nacional del Teide“, eine sehr trockene, steinige Hochebene wo man nachts ausgesprochen gut die Sterne sehnen kann.

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Doch bevor man dort ankommt, muss man erstmal zahlreiche Höhenmeter überwinden und normalerweise durch eine dichte Nebelwand fahren. An den Flanken des Teides kondensiert nämlich die feuchte Luft und versorgt einen dichten Pinienwald mit Wasser.

Mein Plan war es eigentlich, abends hochzufahren, ein paar Stunden Fotos zu machen und danach wieder runterzufahren. Das Problem dabei ist, dass die Fahrt wegen des Nebels und der kurvenreichen Straße schon tagsüber sehr anstrengend ist. Und das ganze wollte ich mir nachts, nachdem ich 4 Stunden lang Fotos gemacht habe, nicht antun. Also habe ich zusammen mit meiner Frau in dem einzigen Hotel, das es im Parque Nacional del Teide gibt, eine Nacht übernachtet. Genauer gesagt: Sie hat übernachtet. Ich habe Fotos gemacht und mich alle zwei Stunden im Hotel aufgewärmt. Es wird nachts nämlich echt kalt auf über 2000 Meter Höhe.

Nachdem die Sonne untergegangen war, bin ich mit meiner Kamera und dem Stativ rausgegangen und habe mich fast schwarz geärgert. Ich konnte keine Sterne sehen! Es war stark bewölkt, der Vollmond stand recht hoch und der Himmel war eine große, weiße Masse. Ich habe mich dann etwas beruhigt und trotzdem ein paar Fotos gemacht, die mir auch recht gut gefallen. Die ersten beiden Fotos habe ich direkt vor dem Hotel gemacht. Die beiden danach ca. 500 Meter weiter weg in der absoluten Dunkelheit. Damit der Vordergrund nicht komplett schwarz wurde, habe ich ihn mit einer Taschenlampe aufgehellt. Durch die unterschiedlichen Lichtquellen (Vollmond/ Taschenlampe/ Reflexion des Lichtes einer Stadt an den Wolken) sind die Fotos unnatürlich bunt geworden und ich habe sie in schwarz-weiß umgewandelt.

So ganz alleine in der Nacht hinter seinem Stativ zu stehen war eine neue Erfahrung für mich. Am Anfang fand ich es etwas unheimlich, aber nach kurzer Zeit war ich so auf die Fotos konzentriert, dass ich keine Zeit hatte, um an die Überbleibsel zahlreicher Horrorfilme in meinem Kopf zu denken. Das ging so lange gut, bis ich plötzlich ein Geräusch gehört habe. Es hörte sich so an wie ein paar Steine, die irgendwo herunter rollen. Mein Puls war sofort auf 180 und ich habe mich mit der Taschenlampe etwas umgesehen, konnte aber nichts erkennen. Ein paar Minuten nachdem ich mich wieder beruhigt hatte, hörte ich ein weiteres Geräusch wie von Schritten. Das hat mir gereicht und ich habe sofort die Kamera ins Auto gepackt und bin wieder zum Hotel gefahren. Demnächst mache ich Fotos nachts nur noch in guter Gesellschaft eines Freundes.

Zu meinem großen Glück klarte der Himmel gegen 4 Uhr morgens auf und die Sterne kamen in ihrer ganzen Pracht zum Vorschein. Ich habe zahlreiche Langzeitbelichtungen gemacht, teilweise mit einem 8 mm Objektiv bei Blende 4,5 und teilweise mit einem 50 mm Objektiv bei Blende 2,0. Die ISO schwankt zwischen 640 und 12800. Die Belichtungszeit beträgt zwischen 30 Sekunden und über 10 Minuten.

Das erste Bild in diesem Beitrag besteht zum Beispiel aus 27 Bildern mit 30 Sekunden bei ISO 640, F/2 und 50 mm. Ich habe mehrere Einzelbilder gemacht, um Rauschen durch die Langzeitbelichtung zu vermeiden. Ich hätte mir die Arbeit aber auch sparen können und gleich ein einziges Bild mit 840 Sekunden machen können. Das hätte fast das gleiche Ergebnis gehabt. Durch das Übereinanderlegen am Computer hat es nämlich trotzdem mit dem Rauschen angefangen. Dafür habe ich jetzt einen großen Datensalat auf der Festplatte.

Auf dem folgenden Foto glaube ich, dass man sogar die Milchstraße erkennen kann. An dem Abend habe ich auch gefühlte 20 Sternschnuppen gesehen, die es leider nicht auf die Fotos geschafft haben, weil sie zu wenig Licht erzeugen und zu schnell wieder weg sind. Die Fotos habe ich nur leicht bearbeitet. Die unterschiedlichen Farben des Himmels kommen von den Lichtern von weiter entfernten Städten, die sich an den Partikeln in der Luft spiegeln und dem Himmel im unteren Bereich einen rötlichen Farbton geben.

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Viele Grüße
Constantin Schäfer

1 Kommentar

  1. teobaldtiger

    Hallo und Danke für die schönen Bilder!

    Ähh ja und ich hab da mal ne Frage: Weiss nicht, ob Sie jemals was von „Chemtrails“ gehört haben? Das sind eigentlich ganz normale Wolken bzw Kondensstreifen, wie sie Flugzeuge am Himmel hinterlassen. Manche Leute – auch Wahnwichtel genannt – „interpretieren“ da jetzt ganz ganz grosse Verschwörungen rein: Die werden extra (!!) versprüht und mit div. Giften angereichert… Auch wenn man sich dort noch nicht ganz einig ist, was genau versprüht wird, es ist auf jeden Fall gang böse und soll die Menschheit vergiften.

    Von diesem bösen Plan ausgenommen ist – man staune: Teneriffa!
    Weil es da eine grosse Sternwarte gibt und der König höchst selbst es verboten hat! (Auch wenn er bisher ja bei der Verschwörung mit von der Partie gewesen sein soll).
    Gut, Logik ist was anderes.

    Und da bin ich auf Ihre Bilder gestossen! da gibt es ein paar schöne Wolkenformationen, die bei diesen Wahnwichteln mangels meteorologischer Grundkenntnisse als solche „Chemtrails“ identifiziert werden! Und dadurch als „Gegenbeweis für deren Theorie dienen könnten – falls ich die für ganz private Zwecke mal benutzen könnte 😉

    Hier der Beitrag:
    http://saga4ever.blogspot.de/2015/06/weiterer-chemtrail-beweis-offensichtlich.html

    ach ja und hier noch ein wenig ausführlicher über die Verschwörung:
    http://www.chemtrail-fragen.de/

    viele Grüsse

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