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Urheberrecht, Nutzungsrecht, Recht am eigenen Bild

Weil es dazu regelmäßig Fragen gibt, habe ich mir mal die Zeit genommen, über die deutsche Gesetzeslage vom Fotografieren und Hochladen von Fotos zu schreiben. Was ich hier schreibe ist selbstverständlich keine Rechtsberatung und ohne Gewähr. Im Einzelfall muss immer ein Gericht entscheiden, was richtig bzw. falsch ist.

Was darf man fotografieren?

  • Fotografieren darf man generell alles, was man ganz normal sehen kann, ohne dabei gegen Gesetze oder gute Manieren zu verstoßen. Man darf also vom öffentlichen Straßenraum aus Fotos vom Haus des Nachbarn machen, aber man darf sich nicht auf eine Leiter stellen und in die Räume hineinfotografieren.
  • Man darf Fotos von sich selbst oder der eigenen Familie im Freibad machen, man darf aber nicht die anderen Badegäste direkt fotografieren.

Was für Bildrechte gibt es?

  • Das Urheberrecht ist und bleibt beim Fotografen, der das Bild gemacht hat. Es ist weder übertragbar, noch vererbbar. Es gibt nur sehr wenige und Ausnahmen davon. Beispiele:
    • Ich mache ein Foto von meiner Hand. Das Urheberrecht liegt bei mir.
    • Schwierig ist es, wenn ein Tier ein Foto macht. Wer hat dann das Urheberrecht? Der Besitzer des Tiers oder der Besitzer der Kamera? Das muss im Einzelfall ein Gericht entscheiden.
  • Das Nutzungsrecht (hochladen, ausdrucken, verkaufen der Fotos) liegt zunächst beim Fotografen, dem Fotomodel oder dem Besitzer des fotografieren Objekts (je nachdem, wie die Parteien sich vertraglich einigen). Das Nutzungsrecht kann übertragen und vererbt werden. Beispiele:
    • Ich mache Fotos von einem Kunden und übertrage ihm das (exklusive) Nutzungsrecht. Der Kunde kann die Fotos jetzt (exklusiv) nutzen.
    • Ich darf Fotos vom Haus des Nachbarn machen, aber der Besitzer kann mir die Nutzung verbieten. Daher musste Google auch tausendfach bei Street-View Häuser verpixeln.
  • Das „Recht am eigenen Bild“ bedeutet, dass Personen, die in einem Bild auftauchen, die Nutzung des Bildes verbieten können, wenn sie nicht vorher der Nutzung zugestimmt haben (am besten schriftlich). Die Person muss allerdings deutlich erkennbar und eines der Hauptobjekte des Bildes sein. Beispiele:
    • Wenn ich ein Foto von einem Fußballplatz mache und dabei am unteren Bildrand ein paar spielende Kinder mitfotografiere, die man kaum erkennen kann, kann keiner mir die Nutzung des Bildes verbieten.
    • Wenn ich ein Porträt von einem Kind mache, dass gerade Fußball spielt, dann können die Eltern des Kindes mir die Nutzung verbieten. Ich kann dann nicht glaubhaft versichern, dass ich nur den Fußballplatz fotografieren wollte.
    • Die oft zitierte Regel „ab fünf Personen auf einem Foto hat keine der Personen mehr ein Recht am eigenen Bild“ ist falsch. Wenn die fünf (oder mehr) Personen alle Hauptobjekt und gut erkennbar sind, dann können Sie ihre Rechte am eigenen Bild geltend machen.

Generell empfehle ich bei Streitfragen die Diplomatie. Wenn jemand nicht fotografiert werden möchte, dann fotografiere ich ihn nicht und wenn jemand sein Bild auf meiner Homepage findet und es dort nicht haben möchte, dann lösche ich es einfach.

Ihr möchtet etwas zu dem Thema sagen? Schreibt mir einen Kommentar!

Viele Grüße
Constantin Schäfer
Fotograf aus Berlin

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